Gewerbliche Schule Im Hoppenlau

Das Berufsbild des Müllers (Verfahrenstechnologe/Verfahrenstechnologin in der Mühlen- und Futtermittelwirtschaft VTMF)

Der Müller, die Müllerei:

Beruf mit Zukunft --> Getreidemüller, Schälmüller, Mischfuttermüller, Teemüller, ...

  • vielseitig
  • anspruchsvoll
  • krisensicher
  • ausbaufähig

Allgemeines

In unserer hochindustrialisierten Welt haben nur wenige der traditionsreichen alten Handwerksberufe überlebt. Die Müllerei gehört dazu, denn sie hat es verstanden, sich die Errungenschaften moderner Technik zunutze zu machen. Der Beruf des Müllers verlangt heute mehr Köpfchen als Kraft, eine Tatsache, die auch Mädchen den Zugang zu diesem vielseitigen Beruf ermöglicht. Müller werden gebraucht solange Menschen ihr täglich Brot verlangen und Tiere Mischfutter aus Getreideerzeugnissen erhalten. Nur wenige Menschen wissen vielleicht, dass Müller mehr tun als Korn zu Brotmehl zu vermahlen. Haben Sie schon einmal daran gedacht, wie z.B. Grieß, Grütze, Graupen oder Flocken hergestellt werden? Das alles und vieles mehr kommt aus der Mühle. Und wenn auch die romantische Mühle am rauschenden Bach längst durch halb- oder vollautomatisierte Betriebe ersetzt worden ist - ohne vollwertige Mühlenerzeugnisse wäre unser Leben nicht denkbar.

Einen ersten Eindruck erhalten Sie auch durch die Sendung des BRalpha zum --> Beruf des Müllers   oder auf den Seiten von --> www.mueller-in.de

Neue Ausbildungsordnung und neuer Rahmenlehrplan

Die neue offizielle Berufsbezeichnung in Deutschland lautet:
Müller (Verfahrenstechnologe in der Mühlen- und Futtermittelwirtschaft)/ Müllerin (Verfahrenstechnologin in der Mühlen- und Futtermittelwirtschaft)

Die zuständigen Berufsverbände waren zu der Überzeugung gekommen, dass die alte Berufsbezeichnung "Müller" die heutigen technologischen Anforderungen des Berufes nicht mehr widerspiegelt und strebten mit der Reform der Ausbildungsordnung auch eine Namensänderung an. So sollte der Beruf fortan nur noch "Verfahrenstechnologe in der Mühlen und Futtermittelwirtschaft/Verfahrenstechnologin in der Mühlen und Futtermittelwirtschaft" heißen. Der ehemalige  Wirtschaftminister Michael Glos, Müllermeister, bestand darauf, dass die alte Bezeichnung, Müller, voran gestellt wird. Jeder, der bisher die Gesellen- oder Meisterprüfung als Müller abgeschlossen hat, darf sich selbstverständlich weiterhin so nennen.

Die neue  Verordnung über die Berufsausbildung zum Müller (PDF) können Sie hier einsehen/herunterladen.

Den neuen Rahmenlehrplan (PDF) können Sie hier einsehen/herunterladen.

Der Müller produziert:

  • in einer Getreidemühle aus Roggen und Weizen u.a. Mehl, Grieß, Dunst und Nebenprodukte;
  • in einer Schälmühle aus Hafer, Gerste, Mais, Reis und Hirse u.a. Flocken, Grütze, Graupen;
  • in einem Mischfutterbetrieb aus pflanzlichen, tierischen und mineralischen Grundstoffen Mischfutter für Nutz-, Heim-, Zootiere sowie für Wild.

Da die Arbeitsabläufe in Mühlen und Mischfutterbetrieben weitgehend technisiert worden sind, werden in der Müllerei nur wenige Arbeitskräfte gebraucht. Diese aber müssen gut ausgebildet sein, umfassende Fachtkenntnisse mitbringen, es verstehen, sich neuen Anforderungen immer wieder anzupassen, kombinieren und schnell entscheiden können. Der Tätigkeitsbereich des Müllers - oder auch der Müllerin - von heute ist also weit gespannt und anspruchsvoll. Er setzt organisatorisches, technisches und kaufmännisches Denken und Handeln voraus.

Was ein Müller alles werden kann

Er kann nach der Gesellenprüfung und einer Reihe von Gesellenjahren die Meisterprüfung ablegen, um einen Betrieb selbst zu führen oder eine entsprechende Position in einem größeren Betrieb zu übernehmen.

Tätigkeitsbereiche in Mühlen und Mischfutterbetrieben:

  • in der Rohstofferfassung und Lagerhaltung
  • in der Produktion
  • im Betriebslabor
  • im An- und Verkauf
  • im Vertrieb

Müller finden in Mühlen und Mischfutterbetrieben, in Silo- und Speicheranlagen, aber auch in Betrieben der Nahrungsmittelindustrie, der Gewürz-, Tee- und Teigwarenherstellung, der Dauerbackwarenindustrie und in artverwandten Branchen entsprechende Tätigkeitsbereiche.

Wie und wo ein Müller ausgebildet wird:

Ausbildungsbetrieb und Berufsschule für Müller

Die Lehrzeit beträgt für Müller 3 Jahre. Bei Realschulabschluss oder Abitur kann sich die Ausbildungszeit bis auf 21/2 bzw. 2 Jahre verkürzen (zu dieser Gruppe gehören in der Regel 30 % der Auszubildenden).
Der Unterricht in der Berufsschule erfolgt in Form von Blockunterricht in zwei zentral geführten Müllerfachklassen an folgenden Berufsschulen:

  • Gewerbliche Schule Im Hoppenlau, Rosenbergstr.17, 70176 Stuttgart
  • Berufsbildende Schulen II des Landkreises Gifhorn Abt. Müllerei,
    Umweg 24, 29378 Wittingen.

Während des Blockunterrichts (ca. 12 Wochen im Jahr) werden die Jugendlichen internatsmäßig untergebracht und betreut. Die Berufsschule vermittelt theoretische Kenntnisse und unterstützt das Verständnis für technologische Abläufe durch praktische Versuche und Demonstrationen. Die Form der Ausbildung in den beiden Müllerfachklassen finden sowohl bei den Ausbildern als auch bei den angehenden Müllern Anklang, da die vorhandenen Einrichtungen wie Mühle, Mischfutterbereich, Labor und Werkstatt optimale Unterrichtsbedingungen bieten. Die Ausbildung endet mit der Gesellenprüfung vor einem Prüfungsausschuss; sie besteht aus einem schriftlichen. mündlichen und praktischen Teil.

Was ein Müller sonst noch werden kann

Wer die Gesellenprüfung bestanden hat, kann sich in ganz unterschiedlicher Weise weiterbilden.

Er kann nach der Gesellenzeit Kurse belegen, z.B.:

Dem umfassend ausgebildeten Müllermeister/in, Müllereitechniker/in, Mühlenbautechniker/in oder Lebensmitteltechnologen stehen viele Möglichkeiten offen, im Inland in kleineren und größeren Betrieben, aber auch im Ausland z.B. als Mitarbeiter großer Mühlenbaufirmen.

Wenn Sie mehr wissen wollen, Auskünfte erteilen:

  • Ihr Arbeitsamt, welches Sie u.a. auch über die finanzielle Förderung der Aus-und Weiterbildung unterrichten kann. Das Blatt zur Berufskunde Müller/ Müllerin wird derzeit in dritter Auflage überarbeitet herausgegeben.
  • Bayerischer Rundfunk, BRalpha, Beruf des Müllers, u.a. mit Film:  "Die Spreu vom Weizen trennen..."
  • Gewerbliche Schule im Hoppenlau, Stuttgart
    Rosenbergstraße 17 D-70176 Stuttgart (Germany)
    Tel: +49 711 224 02-66
    Fax: +49 711 224 02-20
    E-Mail: gsih@hoppenlau.de
  • Berufsbildende Schulen II des Landkreises Gifhorn
    Abt. Müllerei
    Umweg 24
    29378 Wittingen
    Tel: +49 5831 378
    E-Mail: muellerschule-wittingen@t-online.de
  • Verein zur Förderung der Berufsausbildung und Fortbildung für Müller
    Wilhelmstr. 7
    70182 Stuttgart
    Tel: +49 711 16411-40
    Fax: +49 711 16411-80
    E-Mail: muellerbund@baecker-bw.de
  • Nordwestdeutscher Müllerbund
    Lehrgangsbetreuung
    Lange Reihe 62
    44143 Dortmund
    Tel. +49 231 517 71 22
    Fax +49 231 517 71 99
  • Blockplan für Müller/Müllerinnen
    an der Landesfachklasse der Gewerblichen Schule Im Hoppenlau
    Rosenbergstraße 17
    70176 Stuttgart
    Telefon: +49 711 22 40 2-66
    Fax: +49 711 224 02-20
  • Verband deutscher Mühlen e.V.
    Beueler Bahnhofsplatz 18
    53225 Bonn
    T 0228 97610-0
    F 0228 97610-99
    E vdm(at)muehlen.org
    www.muehlen.org