Gewerbliche Schule Im Hoppenlau

Entwicklungsgeschichte der Hoppenlau Gewerbeschule von 1954 - 1985

1954 ...

Am 22. Oktober 1954 konnte der 1. Bauabschnitt der neuen Hoppenlauschule eingeweiht und der Schule übergeben werden. Ihr Name lautete nun: "Gewerbliche Berufs- und Meisterschule Im Hoppenlau".
Damit standen zu Verfügung:

  • 12 Normalunterrichtsräume für Gärtner, Blumenbinder, Zahntechniker, Zahnärztliche Helferinnen, Bäcker und Müller sowie
  • Arbeitsräume und Werkstätten für Zahntechniker und Blumenbinder,
  • ein Physik- und Chemiesaal  mit Vorbereitungszimmer,
  • Aufenthaltsräume für Schülerinnen und Schüler, 
  • Vortragssaal,
  • Bäckerei,
  • Hausmeisterwohnung und Hausmeisterdienstzimmer sowie
  • Nebenräume und Toiletten

 

 

 

 





Neubauansicht von der Rosenberstraße  .... vom Schulhof

1955 ...

Das Raumprogramm für den an der Forststraße zu erstellenden 2. Bauabschnitt wurde am 10. Mai 1955 vom Verwaltungsausschuß des Gemeinderats genehmigt. In ihm waren vor allem Werkstätten und Fachräume für Bäcker, Konditoren, Fleischer und die Verkäuferinnen in diesen Nahrungsmittelhandwerken sowie  weitere Klassenräume vorgesehen. Dazuhin sollte die Friseurabteilung dort mit ihren Theorie- und Werkstatträumen eine dauernde Bleibe finden. Auch ein Gymnastikraum für Mädchen war geplant.

1958 ...

Der Bauabschluß für den 2. Bauabschnitt (Gebäudeteil Forststraße 18) wurde am 4. September 1958 im Gemeinderat gefaßt. Es waren 3,1 Millionen DM veranschlagt. Der Bau wurde am 11. Februar 1959 begonnenn und wurde am 16. September 1961 der Schule zur Nutzung übergeben.

1961 ...

 Der Schulleiter, OSTD Dr. Erich Wagner, sagte hierbei u.a.: "Heute glaube ich sagen zu können, daß wir, was die Unterrichtsräume und Werkstätten mit ihren Maschinen, Geräten u. Einrichtungen betrifft, in der Lage sind, den handwerklichen    Nachwuchs so auszubilden, wie es dem heutigen Stand der Technik entspricht. Auch die wöchentliche Stundenzahl, bisher an unserer Schule die niedrigste im ganzen Lande Baden-Württember, kann den gesetzlichen Vorschriften nunmehr angepaßt werden."  

Die bislang noch in Außenstellen untergebrachten Klassen konnten nun ins Stammgebäude der Schule umziehen, vor allem die Friseure aus dem Wilhelms-Gymnasium und die Bäcker und Konditoren aus der Graphischen Berufs- und Fachschule. Endlich war es auch möglich, einen modernen Werkstattunterricht zu erteilen. Vor allem die vom Landesinnungsverband der Konditoren Württembergs schon seit Jahren geforderte und im Jahr 1959 errichtete Meisterschule für Konditoren konnte nun eine noch bessere und intensivere Fort- und Weiterbildung des Konditorennachwuchses leisten.
In den 60er Jahren stabilisierten sich die Schülerzahlen, und es war für einige Jahre eine stetige Unterrichtsarbeit möglich.

 

1964 ...

Am 7. September 1964 konnte der Neubau der Landesberufsschule für das Hotel- und Gaststättengewerbe in Bad Überkingen eingeweiht werden; gleichzeitig wurde diese bisherige Abteilung der Gewerblichen Berufs-und Fachschule Im Hoppenlau Stuttgart unter Leitung von Herrn Brunner selbständig.
Die Schuljahresumstellung vom Frühjahrsbeginn (1.4.) auf den Sommerbeginn (1.8.) in den Jahren 1966 bis 1969 brachte für Unterricht und Schulorganisation erhebliche Probleme, weil jeweils von Sommer bis Frühjahr statt üblicherweise 3 nunmehr 4 Schülerjahrgänge beschult werden mußten.

1968 ...

In diese Zeit fiel auch der Wechsel der Schulleitung. OSTD Dr. Wagner übergab die Schule zum 1.8.1968 an OSTD Kurt Fink.  

 

 

 

 

Festliche Verabschiedung 

 

... u. Neueinsetzung 

 

Kollegium der Hoppenlauschule 1968

1972 ...

Die ersten Jahre des folgenden Jahrzehnts waren geprägt durch den Schulentwicklungsplan II  für das berufliche Schulwesen. 
Neue Einzugsbezirke für die Fachklassen sowie die Schaffung neuer Schularten betrafen zum Teil auch die Hoppenlauschule. Gleichzeitig wuchsen die Schülerzahlen in den Dienstleistungsberufen sehr stark an, so daß trotz Auslagerungen von Fachklassen an andere Standorte die vorhandenen Räume in der Schule nicht mehr ausreichten.
Es mußten wieder Außenstellen errichtet werden, so in der Jakobschule, im Dillmann-Gymnasium, im Hölderlin-Gymasium, im Eberhard-Ludwigs- Gymnasium, im Gebäude der früheren Grund- und Hauptschule Rohracker und im Johannes-Brenz-Haus. Der sprunghafte Anstieg der Schülerzahlen - 1975/76 bereits über 3000 - führte zu der Überlegung, das durch Auszug der Johannes-Gutenberg-Schule und der Fachhochschule Druck im Sommer 1976 freiwerdende Schulgebäude Seidenstr. 43 - die alte Gewerbeschule Im Hoppenlau - der Hoppenlauschule wieder zur Verfügung zu stellen, um ein ausreichendes Raumangebot zu sichern.
Im Rahmen der Gesamtplanungen für die beruflichen Schulen in Stuttgart, entsprechend den Richtlinien und Zielvorstellungen des Schulentwicklungsplans II, wurde vom Schulverwaltungsamt, Oberschulamt und Schulleitung auch für die Gewerbliche Berufs- und Fachschule Im Hoppenlau ein Raumprogramm erarbeitet und am ...

1976 ...

... 29. und 30. Juni 1976 von Verwaltungsausschuß und Technischem Ausschuß des Gemeinderats beschlossen. Allerdings wurde der Grundsatzbeschluß über den Umbau und die Sanierung des Gebäudes Seidenstr. 43 bis zur endgültigen Klärung der Gesamtkosten zurückgestellt. In der Beschlußvorlage wurde darauf hingewiesen, daß konstruktive Verbesserungen in dem nach dem Krieg rasch wieder aufgebauten Schulgebäude dringend erforderlich seien, vor allem an den Stahlbetondecken. Die Heizungsanlage sollte umgestellt und an die Fernwärme angeschlossen werden, und ganz allgemein sei auch die Sanitär- und Elektroinstallation zwingend zu sanieren. Der Kostenvoranschlag betrug 6,8 Millionen DM.
Die Bemühungen der Schule und des Schulverwaltungsamtes wurden im Herbst 1976 erfreulicherweise durch ein gemeinsames Schreiben der drei Partner-Kammern unterstützt- Bezirksärztekammer, Bezirkszahnärztekammer und Handwerkskammer - in welchem Oberbürgermeister und Gemeinderatsfraktionen dringend gebeten wurden, doch rasch alle Möglichkeiten auszuschöpfen, um die Finanzmittel für die Sanierung des Gebäudes Seidenstr. 43 im Haushaltsplan 1977 bereitzustellen.  

 

1977 ...

Nach Einschaltung eines weiteren Statikers konnte das Hochbauamt am 18. November 1976 eine neue Kostenschätzung in Höhe von 4,79 Millionen DM vorlegen, und nach Vorbereitung im Verwaltungsausschuß am 8. März 1977 gab auch der Technische Ausschuß am 9. März seine grundsätzliche Zustimmung. Und schließlich beschloß der Gemeinderat am 17. März 1977 den Umbau und die Sanierung des Gebäudes Seidenstraße 43. Der Baubeginn erfolgte am 2. Mai 1977.
Die Sanierung des Gebäudes Seidenstraße 43 hatte einen gewissen Modellcharakter für das ganze Land. Damit war auch die Odyssee durch die Beschlußgremien der Stadt Stuttgart glücklich zu Ende gegangen. 


1979 ...

Zum Schuljahresbeginn 1979/80 konnte endlich das sanierte Gebäude für den Unterricht genutzt werden, die Schule hatte inzwischen über 4500 Schüler zu versorgen. Die Übergabe des Gebäudes an die Schule erfolgte am 12. Oktober 1979.
Damit hatte die Schule neu zur Verfügung:

  • 16 Klassenräume
  • 1 Mehrzweckraum
  • 9 Fachräume und
  • 8 Werkstätten für den fachpraktischen Unterrichtsbereich der Berufsfelder Gesundheitsdienst, Körperpflege und Nahrung.
  • 14 Lehrmittel- und Vorbereitungsräume
  • 8 Räume für den Lehrer- und Verwaltungsbereich
  • 1 Schüleraufenthaltsraum.

Allerdings war damit die Anpassung der Schule an die stets wachsenden Anforderungen von Wirtschaft und Technik noch nicht beendet. So konnte zunächst der Werkstattbereich der Landesfachklasse Müller im Gebäude Seidenstraße aus finanziellen Gründen nicht voll eingerichtet werden. Erst Finanzmittel von über 400.000,- DM aus dem Überschußvermögen der ehemaligen Mühlenstelle ermöglichten den Bau einer Versuchsmühle und insgesamt eine zeitgemäße Ausstattung der Werk- und Laborräume für die Ausbildung des Müllernachwuchses.
 

1981 ...

Am 15. Juli 1981 wurde mit den Umbauarbeiten begonnen, die parallel zum laufenden Unterrichtsbetrieb im Schulgebäude (außer im UG Forststraße) durchgeführt wurden. 


1983 ...

Am 15. März wurden der Schule in einer Feierstunde, die schon ab Jahresbeginn wieder genutzten Räume übergeben. Damit waren jedoch die notwendigen Baumaßnahmen noch nicht abgeschlossen. Der Umbau der Verwaltung wurde im Herbst 1983 durchgeführt. Das Sekretariat wurde im ehemaligen Konferenzzimmer untergebracht, im bisherigen Sekretariat wurden das Dienstzimmer des stellvertretenden Schulleiters sowie der Postverteiler für das sehr groß gewordene Kollegium eingerichtet. 

 

1984 ...

Schülerhöchststand - ca. 4.800 !  Eine Bäckerabschlußklasse erlebt mit ihren Lehrern eine Woche das geteilte Deutschland in Berlin hautnah. Neben fachspezifischen Betriebsbesichtigungen (Brotfabrik, Marzipan Moll,...) und den vielen West- u. Ostberliner Sehenswürdigkeiten hinterlassen vor allem die Grenzkontrollen bei der Ein- und Ausreise aus der DDR und beim Übergang von West- nach Ostberlin über den S-Bahnhof Friedrichstaße bleibende Eindrücke.


1985 ...

Die Bauarbeiten begannen mit Beginn der Sommerferien. Die Zahntechniker konnten als Übergangsdomizil zwei Pavillons in der Sommerrainschule in Stuttgart-Bad Cannstatt beziehen, die Konditoren mussten in die neue Außenstelle Botnang (Franz-Schubert-Schule) umziehen.